BERLIN ist eine Reise wert…

Männerkreis auf Spurensuche nach der jüngeren deutschen Geschichte

Der Männerkreis - mit Ehefrauen - hat sich vom 23. bis 26. April auf Spurensuche nach der jüngeren deutschen Geschichte in die Hauptstadt begeben. Viele Spuren konnten gefunden und gelesen werden.
Vorausgegangen war am 27. März im Helferhaus ein interessantes informatives Gespräch mit der direkt gewählten Abgeordneten des Wahlkreises 291 (ULM / Alb-Donau-Kreis) Frau Ronja Kemmer.

Aufgaben und Arbeitsweise einer Abgeordneten konnten dann vor Ort bei der Besichtigung des Bundestages (Aktuelle Stunde am 25.04.2018) und in einem Gespräch mit der Büroleiterin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin von Frau Kemmer anschaulich vertieft werden. Der Rundgang in der Kuppel des Reichstagsgebäudes mit den vielseitigen, zeitgeschichtlichen Informationen zur Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland wurde zusätzlich belohnt durch einen grandiosen Ausblick über die Dächer- und Türmelandschaft von Berlin.

Einen anderen Höhepunkt stellte die Besichtigung des Bundeskanzleramtes dar. Es ist das größte Regierungshauptquartier der Welt.
Mit U-Bahn, S-Bahn und Bus ging die Spurensuche durch die deutsche Zeitgeschichte weiter: das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit seinen 2.711 Betonstelen als Ort des Gedenkens, der Erinnerung und Mahnung an den Holocaust; das Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße zum Mauerbau und seinen dramatischen Folgen für die Menschen beiderseits der Mauer mit der überzeugenden Kapelle der Versöhnung an der Stelle der alten Versöhnungskirche, die 1985 durch die DDR-Regierung gesprengt worden war; die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der Gendarmenmarkt mit Französischem und Deutschem Dom.
Der Potsdamer Platz steht für einen extremen Wandel nach 1945: Aus dem urbanen Getümmel wird ein Trümmerfeld, nach und nach abgeräumt, entsteht eine Brache, geprägt für Jahrzehnte durch die den Platz durchziehende Mauer als innerdeutsche Grenze. Heute ist davon an manchen Stellen nur noch eine Markierung im Boden zu sehen. Knapp 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist jede Lücke geschlossen, alles ist neu gestaltet!
Beeindruckend waren das Sony-Center mit seiner aufregenden Architektur und eine Fahrt mit dem schnellsten Aufzug in Europa im Hochhaus am Potsdamer Platz (Kollhoff Tower) in den 24. Stock zum Panoramapunkt  auf 90 m Höhe in ca. 20 Sekunden mit einem atemberaubenden Panorama-Blick. Der Blick auf und über die Stadt eröffnete eine Spurensuche, in der räumliche Zusammenhänge neben inhaltliche treten, Zeitabschnitte zusammenrücken: Das Berlin der Kaiserzeit, des Nationalsozialismus, des Kalten Krieges und der Gegenwart!

Der Alexanderplatz, die Hackeschen Höfe, der Berliner Dom, das Brandenburger Tor, das Nikolaiviertel sowie eine Schiffsfahrt auf der Spree entlang des Spreebogens mit der Aussicht u. a. auf die Regierungsgebäude und das entstehende Humboldt Forum in im Aufbau befindlichen Berliner Stadtschloss waren weitere Höhepunkte. Schließlich der Checkpoint Charlie, Schauplatz des bekanntesten Berliner Grenzübergangs durch die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1990. Der Kontrollpunkt wurde im August 1961 infolge des Mauerbaus eingerichtet, um die Grenzübertritte des westalliierten Militärpersonals, der Sowjetischen Militärverbindungsmission (SMM) und ausländischer Diplomaten erfassen zu können.
Die abendlichen Besuche in Altberliner Wirtschaften und Restaurants mit ursprünglichem, unverwechselbarem Berliner Flair machten den Berlin-Besuch auch zu einem kulinarischen Höhepunkt.